EU-Verordnung über Geldmarktfonds

Am 30. November 2016 wurde der finale Text einer EU-Verordnung über Geldmarktfonds veröffentlicht. Ziel ist die Stärkung der Widerstandsfähigkeit dieser Fonds gegenüber negativen Markttrends. Geldmarktfonds sind für die kurzfristige Finanzierung der Realwirtschaft von großer Bedeutung.

Das Hauptaugenmerk der Verordnung liegt auf der Stärkung der Liquidität und Diversifikation der Fonds. Die Kommission erachtet diese Maßnahmen als notwendig, um bei angespannten Marktbedingungen Ansteckungsrisiken in der EU zu vermeiden. Dadurch sollen auch die Anleger geschützt werden.

Die Verordnung ist auf alle in der EU gegründeten, verwalteten und/oder vertriebenen Geldmarktfonds anwendbar. Sie unterscheidet drei Kategorien von Geldmarktfonds. Eine davon wurde neu eingeführt:

  • VNAV: Geldmarktfonds mit variablem Nettoinventarwert;
  • LVNAV: Nettoinventarwert mit niedriger Volatilität (neu eingeführt, als Alternative zu CNAV);
  • CNAV: Geldmarktfonds mit konstantem Nettoinventarwert.

Gem. Art. 16 darf ein Geldmarktfonds nicht mehr als 5% seines Vermögens in einen einzelnen Geldmarktfonds und insgesamt maximal 17,5% in andere Geldfonds investieren. Weitere Vorschriften zur Anlagestrategie finden sich in den Art. 17f. des Verordnungstexts.

Die Liquidität der Geldmarktfonds soll durch Portfoliovorschriften gesichert werden. Die Art. 24f. schreiben für CNAV und LVNAV vor, dass mindestens 10% an Vermögenswerten zu halten sind, die innerhalb eines Tages vom Emittenten zurückzuzahlen sind. Weitere 30% müssen binnen einer Woche fällig werden. VNAV haben 7,5% an Vermögenswerten, die binnen eines Tages, und weitere 15%, die binnen einer Woche fällig werden, zu halten.

Geldmarktfonds dürfen nach Art. 35 keine direkte oder indirekte externe Unterstützung erhalten, die die Liquidität des Fonds garantiert oder dessen Nettoinventarwert pro Anteil erhöht. Dieses Verbot umfasst Dritte und den Sponsor des Fonds. Es zielt darauf ab, die Ermessensfreiheit des Fonds in instabilen Zeiten zu schützen.

Art. 36f. enthalten außerdem Transparenzvorschriften für Werbung gegenüber Anlegern und Meldepflichten gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde.

Die Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Union in Kraft. Gem. Art. 47 müssen die meisten Artikel erst zwölf Monate nach dem Inkrafttreten angewendet werden. Die Verordnung ist in all ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Link: 2013/0306(COD)

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