EBA veröffentlicht Ergebnisberichte zu High Default Portfolios und zum Marktrisiko-Benchmarking

Im Rahmen von zwei Berichten vom 3. März 2017 beschäftigt sich die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) mit der unionsweiten Konsistenz von risikogewichteten Aktiva, die anhand interner Modelle berechnet wurden. Die Berichte umfassen einerseits sog. High Default Portfolios (Hypothekarkredit-, KMU- und Corporate-Portfolios), andererseits ein sog. Marktrisiko-Benchmarking. Die Resultate bestätigen die Ergebnisse aus früheren Berichten weitgehend.

Das regulatorische Rahmenwerk CRR/CRD IV räumt beaufsichtigten Instituten die Möglichkeit ein, interne Modelle zur Berechnung von risikogewichteten Aktiva bzw. der Eigenmittelanforderungen zu nutzen. Institute, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, haben den Aufsichtsbehörden die Ergebnisse der Berechnungen ihrer internen Ansätze für jene Risikopositionen oder Positionen, die in den Referenzportfolios enthalten sind, zur Verfügung. Die Referenzportfolios sind in der Durchführungsverordnung der Kommission (EU) 2016/2070 definiert. Die Ergebnisse der Berechnungen der internen Ansätze werden den zuständigen Behörden in zeitlich angemessenen Abständen, zumindest jährlich, übermittelt.

Bericht zu Hochausfallportfolios

Der aktuell veröffentlichte Bericht für das Jahr 2016 (Stichtag 31. Dezember 2015) liefert ein Update zur RWA-Variabilität, nennt mögliche Gründe und definierte allfällige Gegenmaßnahmen. Dazu wurden neben quantitativen Daten auch qualitative Informationen aus einer Stichprobe von zehn Banken herangezogen, die ein besseres Verständnis für die verschiedenen Berechnungsansätze schaffen sollen. Zur Bewertung der Ergebnisse gelangen primär zwei Ansätze zum Einsatz: (1) ein Top-Down-Ansatz, (2) ein Ergebnis (Backtesting) Ansatz. Zusätzlich wurde noch eine Verteilungsanalyse durchgeführt.

Gemäß Top-Down Ansatz ist der Global Charge (GC, [12,5 * EL + RWA]/EAD), im Vergleich zu vorherigen Berichten gestiegen (2013: 67%, 2016: 75%).

Die Verteilungsanalyse zeigt, dass der Interquartilsabstand für nicht-ausgefallene EU-Exposures eine signifikante Variabilität zwischen den einzelnen untersuchten Portfolios aufweist, speziell für SME Corporate und Corporate-Other. Bei einer Unterscheidung nach Ländern weichen die Interquartilsabstände nicht von den EU Benchmarkings ab, jedoch sind sie in einigen EU-Ländern höher als in anderen.

Der Backtesting Ansatz vergleicht beobachtete Werte der Banken mit geschätzten Werten. Es zeigt sich, dass die Probability of Default (PD) und die Loss Given Default (LGD) tendenziell höher sind als die beobachteten Werte, was darauf hindeutet, dass die beobachteten Banken im Durchschnitt eher konservativ agieren.

Die EBA wird die Ergebnisse dieser Übung für ihre Aufsichtsmaßnahmen i.Z.m. internen Modellen weiterverwenden, um insgesamt einen konsistenteren und harmonischeren Aufsichtsansatz zu etablieren.

Bericht zum Marktrisikomodell Benchmarking

Dieser Bericht liefert die Ergebnisse einer Hypothetical Portfolio Exercise (HPE), die von der EBA 2015/2016 durchgeführt wurde. Dadurch sollte die Variabilität der marktrisikogewichteten Aktiva in den internen Ansätzen der Institute eingeschätzt werden. Zusätzlich sollen mögliche Gründe für die Streuung der Variabilität identifiziert werden.

Insgesamt zeigt der Vergleich der Zinsraten der verschiedenen Banken eine vergleichsweise niedrige Variabilität, was vor allem auf den konsistenteren Ansatz und die homogeneren Annahmen der beobachteten Banken zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu weisen komplexere Maßzahlen wie Value at Risk (VaR) oder Initial Market Valuation (IMV) eine höhere Streuung auf.

Zuletzt weist die EBA darauf hin, dass die Ergebnisse dieses Berichts als Rahmenwerk für zukünftige Benchmarking-Übungen gem. Art. 78 der CRD IV dienen werden.

Links: Bericht zu Hochausfallportfolios, Bericht zum Marktrisiko Benchmarking

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