BCBS-Konsultationsdokument zur Überarbeitung des G-SIB-Bewertungsrahmens

Das Basler Komitee (Basel Committee on Banking Supervision, BCBS) hat am 30. März 2017 eine Überarbeitung seines Rahmenwerks für die Bewertung global systemrelevanter Banken (G-SIB) veröffentlicht. Die aktuelle Fassung dieser Bestimmungen (BCBS #255) wurde im Juli 2013 veröffentlicht.

Das Ziel der G-SIB-Bestimmungen ist einerseits die Identifikation von G-SIB und deren systemische Bedeutung. Andererseits soll das Ausfallrisiko von G-SIB durch höhere Eigenmittelanforderungen reduziert werden.

Die G-SIB-Einstufung basiert auf zwölf Indikatoren, die sich auf fünf Kategorien verteilen. Die G-SIB werden dann wiederum einem von fünf sogenannten Buckets zugeteilt. Die Buckets sehen unterschiedliche, zusätzliche Eigenmittelanforderungen vor (zwischen 1,0% und 3,5%). Die Zuteilung der G-SIB zu den Buckets hängt vom Gesamtergebnis bei der Einstufung ab.

Das BCBS schlägt die folgenden Änderungen des G-SIB-Bewertungsrahmens vor:

  • Die Obergrenze der Kategorie Substituierbarkeit zu entfernen (in BCBS #255 ist bereits vorgesehen, diese Obergrenze nach den ersten drei Jahren wieder aufzuheben);
  • den Konsolidierungskreis auf Versicherungsgesellschaften zu erweitern (Versicherungsgesellschaften im Eigentum von Banken sind derzeit auch vom G-SII-Rahmenwerk ausgenommen und zählen somit auch nicht zum Anwendungsbereich globaler systemrelevanter Versicherungen, G-SII);
  • die Definition der grenzüberschreitenden Indikatoren zu ändern (derivative Forderungen und Verbindlichkeiten wurden bis dato unterschiedlich berechnet – durch eine bessere Datenverfügbarkeit kann diese Berechnung nun vereinheitlicht werden);
  • die Gewichtung in der Substituierbarkeitskategorie zu ändern (Halbierung der Gewichtung der übernommenen Transaktionen auf 3,33%) und einen zusätzlichen Indikator einzuführen (Handelsvolumen mit einer Gewichtung von 3,33%);
  • die Offenlegungsanforderungen zu überarbeiten (Veröffentlichung zumindest der zwölf Indikatoren, Erklärung bei einer allenfalls geänderten Datengrundlage sowie Anwendung der Säule 3-Offenlegungsbestimmungen und -fristen);
  • weiterführende Bestimmungen für einen Wechsel zwischen den Buckets und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Eigenmittelzuschlag anzugeben;
  • einen Zeitplan für die Implementierung inkl. Übergangsvorschriften festzulegen.

Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen können bis zum 30. Juni 2017 abgegeben werden.

Link: BCBS #402

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