EZB-Leitfaden für die gezielte Überprüfung interner Modelle (TRIM) – Konsultationspapier

Die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichte am 28. Februar 2017 ein Konsultationspapier eines Leitfadens für die gezielte Überprüfung interner Modelle (Targeted Review of Internal Models, TRIM). Der Anwendungsbereich umfasst SI, die genehmigte interne Modelle zur Ermittlung ihrer Säule 1-Eigenmittelanforderungen verwenden. Der TRIM-Leitfaden enthält Grundsätze und Prinzipien für eine Ermittlung der Eigenmittelunterlegung von Kredit-, Markt- und Gegenparteiausfallrisiken.

Ziel der Überprüfung ist die Aufklärung von unbegründeten Variabilitäten der risikogewichteten Aktiva (Risk Weighted Asset, RWA) und von Inkonsistenzen. Der Entwurf soll die regulatorischen Anforderungen im SSM harmonisieren und berücksichtigt bereits anstehende Änderungen wie beispielsweise die Mindestkapitalanforderungen für das Marktrisiko (BCBS 352) und die Leitlinien der European Banking Authority (EBA) zur PD- und zur LGD-Schätzung (EBA/CP/2016/21).

Institute müssen Rahmenwerke erstellen, um Modellrisiken verstehen und identifizieren zu können, wenn sich diese Risiken auf interne Modelle innerhalb einer Gruppe beziehen. In diesem Rahmenwerk sind sowohl Funktionen und Verantwortlichkeiten darzustellen, als auch Richtlinien, Maßnahmen und Meldungen von Modellrisiken. Zudem müssen Institute die Kompetenzen und Zuständigkeiten ihrer Leitungsorgane klar definieren.

Alle internen Modelle müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Implementierung einer internen Bewertungsfunktion soll sicherstellen, dass die Qualität eines internen Modells angemessen ist. In den Leitfäden werden zudem auch die Prinzipien der internen Governance erläutert. Die interne Governance muss sich an folgenden Prinzipien orientieren: Entscheidungsverantwortung, interne Meldungen und das Verständnis von Ratingsystemen (Internal Ratings Based, IRB).

In den besonderen Bestimmungen des Leitfadens wird die TRIM-Überprüfung einzelner Risikokategorien (Kreditrisiko, Marktrisiko und Gegenparteiausfallrisiko) näher beschrieben. Die Leitlinien für die Risikokategorie Kreditrisiko beziehen sich beispielsweise auf Portfolien mit einer hohen Anzahl an Zahlungsverzügen (Retail- oder Corporate-KMU-Portfolien). Eine derartige Einschränkung gibt es bei den übrigen Risikokategorien nicht.

Der Leitfadenentwurf wird nach der Konsultationsphase (bis 13. April 2017) auf der Homepage der EZB veröffentlicht. Der Leitfaden ist kein rechtsverbindliches Dokument, sondern ist ein Hilfsmittel für die Auslegung der einschlägigen Bestimmungen (insbesondere der Bestimmungen zu den internen Modellen).

Link: Konsultationspapier

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