BaFin veröffentlicht Rundschreiben über Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Kapitalverwaltungsgesellschaften (KAMaRisk)

Das KAMaRisk-Rundschreiben der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) behandelt jene Anforderungen an AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaften, die auf Rechnung des AIF Gelddarlehen gewähren oder in unverbriefte Darlehensforderungen investieren. Zudem werden die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 231/2013 zur Organisation und Auslagerung konkretisiert. Auf Grund des aktuellen Rundschreibens wird das InvMaRisk-Rundschreiben 5/2010 (WA) vom 30. Juni 2010 aufgehoben

Allgemeine Anforderungen an das Risikomanagementsystem

Die Adressaten haben im Rahmen eines internen Kontrollsystems (IKS) Regelungen zur Aufbau- und Ablauforganisation zu treffen. Es sind insbes. die Bereiche Fondsmanagement, Marktfolge und Risikocontrolling organisatorisch und personell zu trennen. Auch wird im Bereich des IKS die Risikoberichterstattung an die Geschäftsleiter und an den Aufsichtsrat konkretisiert. Entsprechendes gilt auch für OGAW-Kapitalverwaltungsgesellschaften. AIFM und OGAW- Kapitalverwaltungsgesellschaften sind für ein optimales Risikomanagement verantwortlich und müssen daher für die Festlegung, Umsetzung und Aufrechterhaltung angemessener und dokumentierter Grundsätze in einer Risk Management Policy sorgen. Darin müssen auch schriftliche Due Diligence Grundsätze und Verfahren festgelegt werden.

AIFM und OGAW-Kapitalverwaltungsgesellschaften müssen für jeden verwalteten AIF/OGAW quantitative und/oder qualitative Risikolimits einrichten sowie periodische Stresstests durchführen.

Besondere Anforderungen an die Vergabe von Gelddarlehen und Investition in unverbriefte Darlehensforderungen

Auch im Rahmen der Vergabe von Gelddarlehen und Investition in unverbriefte Darlehensforderungen ist eine angemessene Aufbau- und Ablauforganisation vorgeschrieben. Diese beinhalten Prozesse für die Kreditbearbeitung, die Kreditbearbeitungskontrolle, die Behandlung von Problemkrediten und Verfahren zur Früherkennung von Risiken. Für die Ausgestaltung der Organisation gilt das Proportionalitätsprinzip.

Beim Prozess der Darlehensgewährung und Investition in unverbriefte Darlehensforderungen ist bei der Risikobeurteilung die Kapitaldienstfähigkeit des Darlehensnehmers zu analysieren und zu beurteilen. Zudem ist die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen zu überwachen. Im Falle einer Sanierung oder Abwicklung sind entsprechende Konzepte zu erstellen. Um Risiken frühzeitig identifizieren zu können, ist ein Verfahren zu entwickeln, das jene Darlehensnehmer identifiziert, bei deren Engagements sich erhöhte Risiken abzeichnen.

Soweit angemessen und verhältnismäßig, ist von den AIFM und OGAW-Kapitalverwaltungsgesellschaften eine von den übrigen Funktionen getrennte und unabhängige Innenrevisionsfunktion einzurichten und aufrechtzuerhalten.

Besondere Anforderungen an die Vergabe von Gelddarlehen und Investition in unverbriefte Darlehensforderungen sind ab dem 10. Oktober 2017 umzusetzen. Die übrigen Anforderungen sind bereits seit 10. Jänner 2017 anzuwenden.

Link: KAMaRisk

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