EZB veröffentlicht Entwurf für Leitfaden zur Beurteilung der Wesentlichkeit von IMM- und A-CVA-Modellerweiterungen und -änderungen

Am 16. Dezember 2016 veröffentlichte die EZB den Entwurf eines Leitfadens zur Beurteilung der Wesentlichkeit von Erweiterungen und Änderungen der auf einem internen Modell beruhenden Methode und der fortgeschrittenen Methode für das Risiko einer Bewertungsanpassung durch die Kreditwürdigkeit der Gegenpartei. Der Leitfaden richtet sich nur an von der EZB direkt beaufsichtigte Institute, die ein internes Modell verwenden (Internal Model Method, IMM) bzw. eine fortgeschrittene Methode zur Berechnung des CVA-Risikos (Advanced Method for CVA, A-CVA) implementiert haben.

Der Leitfadenentwurf beschäftigt sich mit Modellen zur Berechnung des Gegenparteiausfallrisikos und des Risikos einer Anpassung der Kreditbewertung bei OTC-Derivaten und Wertpapierfinanzierungsgeschäften. Der Schwerpunkt wurde dabei auf OTC-Derivate und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte gelegt, weil sich die Risikoposition bei diesen Produkten anders als bei einem traditionellen Kredit berechnet. Die von der EZB beaufsichtigten Institute beurteilen selbst, ob eine Änderung bzw. Erweiterung der IMM oder der A-CVA vorliegt und ob diese als wesentlich angesehen wird. Wesentlichkeit liegt vor, wenn bestimmte im Leitfaden genannte qualitative und quantitative Kriterien erfüllt sind. Die Änderung bzw. Erweiterung muss in weiterer Folge von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Der Leitfadenentwurf schließt eine Regelungslücke in Hinblick auf die Genehmigungs- bzw. Anzeigepflicht von IMM- und A-CVA-Modellanpassungen. Die CRR hat nämlich keine RTS vorgesehen, um die Wesentlichkeit der Anpassungen zu bestimmen. Der Leitfaden wird keinen rechtsverbindlichen Charakter haben. Geltendes Recht bleibt von ihm unberührt.

Link: Entwurf eines Leitfadens der EZB zur Beurteilung der Wesentlichkeit

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