Europäische Kommission veröffentlicht Entwurf einer weiteren Delegierten Verordnung zu MiFID II

Am 22. August 2016 veröffentlichte die Europäische Kommission den finalen Entwurf einer Delegierten Verordnung (DelVO) für RTS zur Festlegung organisatorischer Anforderungen an Wertpapierfirmen, die algorithmischen Handel betreiben. Darin werden die Systeme, Verfahren, Vorkehrungen und Kontrollen präzisiert, mit denen Wertpapierfirmen, die algorithmischen Handel betreiben, jene Risiken steuern müssen, die sich aus dem verstärkten Einsatz von Technologien und neuen Entwicklungen der Handelstechnologie auf den Finanzmärkten ergeben.

Die allgemeinen organisatorischen Anforderungen sehen u.a. vor, dass Mitarbeiter, die Compliance-Funktionen ausüben, die Funktionsweise der algorithmischen Handelssysteme und Handelsalgorithmen in Grundzügen verstehen müssen. Die Pflicht zur Einhaltung der DelVO besteht auch im Fall von Outsourcing.

Im Rahmen der Belastbarkeit der Handelssysteme regelt die DelVO sowohl Tests und die Einführung von Systemen und Strategien für Handelsalgorithmen, als auch die Verwaltung im Anschluss an die Einführung und Mittel zur Sicherstellung der Belastbarkeit. Unter der Kill-Funktion versteht man die Möglichkeit der Wertpapierfirma, einen eingereichten, aber noch nicht ausgeführten Auftrag zu stornieren. Weiters enthält die DelVO Regelungen zum direkten elektronischen Zugang, Regelungen für Wertpapierfirmen, die als allgemeine Clearing-Mitglieder auftreten, sowie zu hochfrequenten algorithmischen Handelstechniken.

Die DelVO gilt ab dem 3. Jänner 2017.

Quelle: C(2016) 4478 final

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