ESMA veröffentlicht finalen Bericht zu Leitlinien zur MAR

Am 13. Juli 2016 veröffentlichte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) einen finalen Bericht im Rahmen der Verordnung über Marktmissbrauch (VO 2014/596/EU – MAR). Das Dokument umfasst Leitlinien zu den Themenbereichen Marktsondierung und Insiderinformation. Der finale Bericht folgt dem Konsultationspapier, das von der ESMA am 18. Jänner 2016 veröffentlicht wurde (Deloitte berichtete).

Art. 11 Abs. 11 MAR verpflichtet die ESMA zum Erlass von Leitlinien zur Marktsondierung, die Empfänger von potenziellen Insiderinformationen beachten müssen. Die Leitlinien regeln folgende Punkte (nicht abschließende Aufzählung):

  • Interne Prozesse und Mitarbeiterschulungen;
  • Meinungsverschiedenheiten zwischen den offenlegenden Markteilnehmern und den Empfängern von potenziellen Insiderinformationen;
  • Die Beurteilung von ähnlichen Finanzinstrumenten;
  • Aufzeichnungspflichten.

Zudem beinhaltet der finale Bericht auch Leitlinien zur Insiderinformation. Art. 17 Abs. 1 MAR verpflichtet Emittenten zur umgehenden Veröffentlichung von Insiderinformationen, die sie selbst betreffen. Im dritten Abschnitt des Dokuments werden Leitlinien zu schutzwürdigen Interessen der Marktteilnehmer und zu jenen Unterlassungen dargestellt, die geeignet sind, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Diese decken folgende Themenbereiche ab (nicht abschließende Aufzählung):

  • Schutzwürdige Interessen der Emittenten, die durch die unmittelbare Offenlegung von Insiderinformationen beeinflusst werden;
  • Produktentwicklung;
  • Emittenten, die den Kauf/Verkauf einer bedeutenden Beteiligung an ein anderes Unternehmen planen;
  • Laufende Verhandlungen und ernsthafte drohende Gefahren für die Existenzfähigkeit der Emittenten.

Die nationalen zuständigen Behörden müssen binnen zwei Monaten nach dieser Veröffentlichung im Sinne des comply or explain-Prinzips erklären, ob sie die Leitlinien anwenden werden oder diese begründet ablehnen.

Quelle: ESMA/2016/1130

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