ESA veröffentlichen Technische Standards zur Zuordnung der Bonitätsbeurteilung von Ratingagenturen

17. Dezember 2015

Die CRR sieht beim Standardansatz die Vergabe von Risikogewichten gemäß Bonitätsklassen auf Basis der Kreditqualität vor. Für das Mapping verweist Art. 113ff. CRR auf Bonitätsbeurteilungen von externen Ratingagenturen (sog. External Credit Assessment Institutions, ECAI). Im Gegensatz zum Mapping unter dem Basel II Regime (vgl. Richtlinien 2006/48/EG bzw. 2006/49/EG), wo nur auf Ratings der drei marktbeherrschenden Agenturen (S&P, Moody’s, Fitch) referenziert wurde, ist nun eine automatische Anerkennung von Ratings aller in Einklang mit der Ratingagenturen-Verordnung (VO 1060/2009) registrierten oder zertifizierten ECAI möglich. Die vorliegenden ITS vom 11. November 2015 konkretisieren das Mapping näher und definieren darüber hinaus erweiterte quantitative und qualitative Anforderungen an den Prozess der Ratingerstellung.

Die zusätzlichen Anforderungen an die Ratingerstellung sind an die Ratingagenturen direkt gerichtet:

  • Spezifische Anforderungen sollen die konsistente und objektive Berechnung der Ausfallquote durch ECAI ermöglichen. Dadurch soll das Mapping verbessert und standardisierter werden.
  • Fehlt es an ausreichenden zuverlässigen internen Ausfalldaten, so basieren die ECAI ihre Ratings auf eigenen (konservativen) Erwartungen bzw. Schätzungen.
  • Qualitative Faktoren sollen durch die ITS an Bedeutung gewinnen. Eine Auflistung an Faktoren (Chapter 2 der ITS) soll eine Gegenüberstellung zu quantitativen Faktoren ermöglichen. Die EBA räumt hierbei die Notwendigkeit verlässlicher Expertenschätzungen ein.

Die vorangegangenen ITS Entwürfe wurden darüber hinaus dahingehend abgeändert, dass diese nun ein Phase-in Modell beinhalten. Dabei wurde berücksichtigt, dass neue Markteilnehmer noch nicht über ausreichende quantitative Informationen für ein umfassendes Rating verfügen. Daraus folgt, dass ein erstes Mapping für ein Zeitfenster von bis zu drei Jahren verwendet werden darf und anschließend ein zweites – akkurateres – Mapping das vorangegangene ersetzt. Durch diesen zweistufigen Mappingprozess soll neuen Marktteilnehmern der Markteintritt erleichtert werden.

Durch die Veröffentlichung dieser ITS werden die Leitlinien vom 20. Jänner 2006 ersetzt; folglich sind aktuell gültige Mappings, die von den lokalen Aufsichtsbehörden veröffentlicht wurden, ebenso zu überarbeiten/ersetzen.

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