ESMA veröffentlicht Jahresbericht zu Ratingagenturen

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 21. Februar 2014 ihren Jahresbericht 2013 zu Ratingagenturen in der Europäischen Union veröffentlicht. Neben einer Zusammenfassung der Aufsichtstätigkeiten sowie einer Übersicht über die regulatorischen Vorschriften beinhaltet der vorliegende Bericht den Arbeitsplan der Behörde für das Jahr 2014.

Insgesamt erzielten die Ratingagenturen Fortschritte bei der Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorgaben. So konnte bspw. im Vergleich zum Vorjahr die Transparenz – sowohl hinsichtlich der internen Strukturen als auch in Hinblick auf Offenlegung von Ratingaktivitäten – deutlich verbessert werden. Zudem erfolgte eine signifikante Aufstockung der Compliance Funktion. Laut EBA halten die regulatorischen Vorgaben daher langsam aber sicher Einzug in die Organisationen und Unternehmenskulturen der Ratingagenturen.

Dennoch wurde eine Reihe von Themenbereichen definiert, wo weiterhin Verbesserungsbedarf herrscht. Diese umfassen im Wesentlichen die folgenden Elemente:

  • Prüfung der Bewertungsmethodologie: Durch die tourliche Überprüfung der Bewertungsmethodologie will die ESMA sicherstellen, dass im Zuge der Bonitätsbewertungen eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt wird. Die Qualität der Ratings soll dadurch verbessert werden.
  • Governance: Laut ESMA muss die Unabhängigkeit der internen Revisionsfunktion gestärkt und potenzielle Interessenskonflikte vermieden werden. Zudem kritisiert der Bericht das Fehlen konkreter Handlungsvorgaben dahingehend, wie bspw. die Implementierung/Umsetzung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen intern voranzutreiben ist.
  • IT-Sicherheit: In Zusammenhang mit dem Schutz Rating-relevanter, vertraulicher Informationen sieht die ESMA noch Verbesserungspotential.

Die identifizierten Schwachstellen bilden laut ESMA Ausgangspunkt für das zukünftige Arbeitsprogramm.

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