FMA veröffentlicht Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung

Basierend auf § 39 Abs. 4 BWG veröffentlichte die FMA im Dezember 2013 die Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung (KI-RMV). Die Verordnung soll die Mindestanforderungen zum Zwecke der ordnungsgemäßen Erfassung, Steuerung, Überwachung und Begrenzung der Risikoarten gemäß § 39 Abs. 2b BWG regeln und dient der Umsetzung der CRD IV in österreichisches Recht.

Die Verordnung gliedert sich in drei Abschnitte:

Abschnitt 1 (Allgemeine Vorschriften) umfasst neben Zweck und Anwendungsbereich insbesondere allgemeine Prinzipien und Begriffsbestimmungen im Rahmen des Risikomanagements. Die KI-RMV ist grundsätzlich auf alle Institute anwendbar, sofern sie nicht gemäß § 3 BWG ausgenommen oder Teil eines KI-Verbunds gemäß § 30a Abs. 6 iVm Art. 10 CRR und damit von der Einhaltung des ICAAP gemäß § 39 Abs. 2 auf Einzelbasis befreit sind. CRR-Wertpapierfirmen iSd Art. 4 Abs. 1 Nr. 2 CRR sind ebenfalls vom Anwendungsbereich erfasst.

Der zweite Abschnitt enthält Bestimmungen zu den einzelnen Risikoarten und listet das Kredit- und Gegenparteiausfallrisiko, das Restrisiko aus kreditrisikomindernden Techniken, das Konzentrationsrisiko, das Verbriefungsrisiko, das Marktrisiko, das Zinsänderungsrisiko bei Geschäften des Anlagebuchs, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko, das Risiko einer übermäßigen Verschuldung sowie makroökonomische Risiken auf.

Hervorzuheben ist, dass der Verordnungstext explizit eine schriftliche Dokumentation der Grundsätze, Messverfahren und Risikosteuerungstechniken fordert. In Zusammenhang mit der Kreditrisikosteuerung ist zudem interessant, dass sich die internen Methoden zukünftig nicht mehr automatisch auf externe Bonitätsbeurteilungssysteme stützen dürfen, selbst wenn diese für Zwecke der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen verwendet werden. Erwähnenswert ist jedenfalls auch die explizite Forderung nach einem wirksamen Collateral-Management im Rahmen des Liquiditätsrisikomanagements, das zwischen belasteten und unbelasteten Vermögenswerte zu unterscheiden hat und insofern in naher Verwandtschaft zum entsprechenden Meldetemplate der EBA (Asset Encumbrance) steht. Beim Indikator für das Verschuldungsrisiko bezieht sich die FMA auf die Leverage Ratio gemäß CRR. Bei den makroökonomischen Risiken verweist der Verordnungstext ebenfalls ausdrücklich auf feste Indikatoren wie BIP-Wachstum, Arbeitslosigkeit, Inflation etc.

Link

print