IOSCO veröffentlicht Konsultationsdokument zu internen Kontrollmechanismen und Prozessen von Ratingagenturen

Am 25. Mai 2012 veröffentlichte das technische Komitee der IOSCO ein Konsultationspapier zu internen Kontrollmechanismen und internen Prozessen von Ratingagenturen (Credit Rating Agencies: Internal Controls Designed to Ensure the Integrity of the Credit Rating Process and Procedures to Manage Conflicts of Interest). Das vorliegende Dokument beschreibt die Mechanismen, mit denen Ratingagenturen die Integrität des Bewertungsprozesses verbessern und Interessenkonflikte minimieren.

Im Vorfeld der Konsultation untersuchte die IOSCO die Rolle der Ratingagenturen während der Finanzkrise. Generell wurden Bedenken gegenüber der Qualität der Ratings und Ratingmethodologien, dem Timing von Ratings und der Integrität des Ratingprozesses im Allgemeinen geäußert. Darüber hinaus wurde der Umgang mit Interessenskonflikten besonders kritisch analysiert.

Die Kotrollmechanismen und Prozesse können laut IOSCO sechs Kategorien zugeordnet werden:

  • Qualität des Ratingprozesses
  • Strukturelle Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Rahmen des Ratingprozesses
  • Monitoring und Aktualisierung der Ratings
  • Integrität des Ratingprozesses
  • Management von Interessenskonflikten auf Ebene des Unternehmens
  • Umgang mit Interessenskonflikten auf Mitarbeiterebene

Aller Kritik an ihrer Performance während der Finanzkrise zum Trotz, spielen Ratingagenturen nach wie vor eine wichtige Rolle in der modernen Finanzindustrie, da sowohl Emittenten als auch Investoren auf ihre Services zurückgreifen. Die IOSCO betont, dass Risikoeinschätzungen immer noch auf Basis der Bewertungen von Ratingagenturen vorgenommen werden. Zudem verweisen Gesetze und andere Regularien zur Kategorisierung der Kreditwürdigkeit vielfach auf externe Ratings.

Kommentare zur laufenden Konsultation werden bis 9. Juli 2012 entgegen genommen.

Link zum Konsultationsdokument

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