ESMA beurteilt Gleichwertigkeit der regulatorischen Rahmenbedingungen für Ratingagenturen in Drittstaaten

Am 15. März 2012 hat die ESMA verlautbart, dass europäische Finanzinstitutionen zukünftig Ratings verwenden dürfen, die in den USA, Kanada, Hong Kong und Singapur veröffentlicht wurden. Grundsätzlich hängt die die Anerkennungsfähigkeit eines Ratings davon ab, ob CRAs in ihren Herkunftsstaaten dem Gemeinschaftsrecht vergleichbaren regulatorischen Anforderungen unterliegen (sog. „as stringent as“-Prinzip). Zudem müssen die Agenturen im jeweiligen Drittstaat registriert oder zertifiziert sein, wobei der Prozess der Registrierung bzw. Zertifizierung europäischen Standards zu entsprechen hat.

Gemäß EU Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 (Ratingagenturen-VO) ist es Aufgabe der ESMA, die Gleichwertigkeit der regulatorischen Rahmenbedingungen für Ratingagenturen in Drittstaaten zu validieren. Bereits im Dezember 2011 bestätigte die ESMA die Gleichwertigkeit des australischen Systems; derzeit werden die Rahmenbedingungen in Argentinien, Mexiko und Brasilien auf ihre Vereinbarkeit mit europäischen Standards hin überprüft.

Neben der ESMA kann auch die Kommission die Gleichwertigkeit von drittstaatlichen Rahmenbedingungen beurteilen. Stellt sie Gleichwertigkeit fest, können Agenturen in der EU direkt um Zertifizierung ansuchen. Ratings können in der Folge auch dann von europäischen Finanzinstituten verwendet werden, wenn eine Agentur lediglich ihren Sitz im betreffenden Drittstaat hat (ohne dort registriert zu sein oder eine Lizenz zu besitzen). Zu Japan existiert bereits ein positives Urteil der Kommission.

Link zur ESMA-Mitteilung

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