IOSCO veröffentlicht Konsultationspapier zur Aufsicht von Finanzkonglomeraten

Die International Organization of Securities Commissions (IOSCO) hat am 19. Dezember 2011 ein Konsultationspapier veröffentlicht, in dem Prinzipien zur Aufsicht von Finanzkonglomeraten diskutiert werden. Das Dokument, das zusammen mit dem Basel Committee of Banking Supervision (BCBS) und der International Association of Insurance Supervisors (IAIS) erarbeitet wurde, soll die aus dem Jahre 1999 stammenden Prinzipien ersetzen und eine international konsistente Aufsicht von transnational operierenden Finanzkonglomeraten fördern. Vor allem im Zuge der Finanzkrise habe sich laut Autoren gezeigt, dass die regulatorischen und aufsichtlichen Rahmenbedingungen nicht alle Aktivitäten von Finanzkonglomeraten und deren Auswirkungen auf das Finanzsystem adäquat abdecken.

Die vorgeschlagenen Prinzipien teilen sich in fünf Abschnitte und umfassen im Wesentlichen die folgenden Punkte:

  • Aufsichtsbefugnis: Die regulatorischen Rahmenbedigungen sollen die zuständigen Aufsichtsbehörden mit hinreichend klar definierten Befugnissen ausstatten. Darüber hinaus soll bei grenzüberschreitender Aufsicht von international tätigen Konglomeraten eine funktionierende Koordination der einzelnen Behörden gewährleistet sein.
  • Aufsichtliche Zuständigkeit (“supervisory responsibility”): Die Autoren betonen die Bedeutung von Koordination und Kooperation der Behörden untereinander. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Nominierung einer “Leitbehörde”. Diese überwacht die Aufsicht auf Gruppenebene und sorgt für eine reibungslose Kommunikation zwischen den Behörden.
  • Corporate Governance: Unternehmensinterne Grundsätze sollten insbesondere die folgenden Bereiche abdecken: Unternehmensstruktur, personelle Verantwortlichkeiten auf Managementebene, Umgang mit Interessenskonflikten, Vergütungspolitik.
  • Kapitaladäquanz und Liquidität: Die neuen Prinzipien konzentrieren sich in den Bereichen Kapitaladäquanz und Liquidität vor allem auf die Regulierung der Unternehmen selbst und sehen bspw. neue Regeln für das gruppenweite Kapitalmanagement vor. Daneben sind Leitlinien für die Aufsichtsbehörden zur Beurteilung der Kapitaladäquanz und Liquidität enthalten.
  • Im Bereich Risikomanagement konzentrieren sich die Prinzipien auf die folgenden Themen: Risikomanagementkultur auf Gruppenebene, das Risiko von Geschäftsfelderweiterungen, gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen, Berücksichtigung von OBS-Aktivitäten bei der gruppenweiten Aufsicht.

Das Konsultationsdokument ist auf den Homepages der BIS, der IOSCO und der IAIS verfügbar. Kommentare werden bis zum 16. März 2012 entgegen genommen.

Link zum Dokument

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